Grundlagen

Was ist eine Rechtsschutzversicherung und was deckt sie ab?

02.01.2026
4 Min. Lesezeit
Von Rechtsschutz-Assistent

Eine Rechtsschutzversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen für Privatpersonen in Deutschland. Sie übernimmt die Kosten für Rechtsstreitigkeiten und ermöglicht es Ihnen, Ihre Rechte durchzusetzen - auch wenn Sie sich einen teuren Anwalt sonst nicht leisten könnten.

Was leistet eine Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt typischerweise folgende Kosten:

  • Anwaltskosten: Honorare für Ihren Rechtsanwalt
  • Gerichtskosten: Gebühren für das gerichtliche Verfahren
  • Zeugengelder: Kosten für Zeugen und Sachverständige
  • Gegnerkosten: Bei Niederlage die Kosten der Gegenseite
  • Kautionen: Vorläufige Kautionszahlungen im Strafrecht

Die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht nur bei einem Prozess, sondern auch bei außergerichtlicher Beratung und Vertretung durch einen Anwalt.

Die wichtigsten Rechtsschutzbereiche

Privat-Rechtsschutz

Der Privat-Rechtsschutz deckt Streitigkeiten aus dem privaten Lebensbereich ab:

  • Kaufverträge und Gewährleistung
  • Reiseverträge
  • Mietstreitigkeiten als Mieter
  • Streit mit Versicherungen
  • Nachbarschaftsstreitigkeiten

Berufs-Rechtsschutz

Für Arbeitnehmer besonders wichtig:

  • Kündigungsschutzklagen
  • Streit über Arbeitszeugnisse
  • Lohn- und Gehaltsansprüche
  • Abmahnungen

Verkehrs-Rechtsschutz

Deckt alle Streitigkeiten im Straßenverkehr ab:

  • Unfallregulierung
  • Ordnungswidrigkeiten
  • Fahrerlaubnisentzug
  • Schadenersatzforderungen

Wohnungs-Rechtsschutz

Für Eigentümer und Mieter:

  • Mietstreitigkeiten
  • Nebenkostenabrechnungen
  • Eigentümerversammlungen
  • Baustreitigkeiten

Was ist in den ARB geregelt?

Die Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen (ARB) sind das "Kleingedruckte" Ihrer Versicherung. Hier finden Sie alle Details zu:

ARB Allgemeine Rechtsschutzbedingungen

Die ARB regeln den Umfang des Versicherungsschutzes, die Leistungen des Versicherers, die Pflichten des Versicherungsnehmers und die Ausschlüsse vom Versicherungsschutz.

Wichtige Punkte in den ARB

  1. Wartezeiten: Meist 3 Monate nach Vertragsabschluss
  2. Selbstbeteiligung: Eigenanteil an den Kosten
  3. Deckungssumme: Maximale Kostenübernahme pro Fall
  4. Ausschlüsse: Was nicht versichert ist

Typische Ausschlüsse

Nicht jeder Rechtsstreit ist versichert. Häufige Ausschlüsse sind:

Prüfen Sie Ihre Versicherungsbedingungen genau! Viele Streitigkeiten sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

  • Vorsätzliche Straftaten: Wenn Sie eine Straftat begangen haben
  • Baustreitigkeiten: Bei vielen Tarifen ausgeschlossen
  • Kapitalanlagestreitigkeiten: Oft nur gegen Aufpreis
  • Scheidungen: In der Regel nicht versichert
  • Erbstreitigkeiten: Häufig ausgeschlossen

Die Deckungszusage

Bevor die Versicherung zahlt, müssen Sie eine Deckungszusage einholen. So funktioniert es:

Schritt 1: Deckungsanfrage stellen

Informieren Sie Ihre Versicherung über den Rechtsstreit und bitten Sie um Deckungsschutz.

Schritt 2: Prüfung durch die Versicherung

Die Versicherung prüft:

  • Ist der Rechtsstreit vom Vertrag gedeckt?
  • Besteht hinreichende Erfolgsaussicht?
  • Liegt ein Ausschluss vor?

Schritt 3: Deckungszusage oder Ablehnung

Sie erhalten entweder:

  • Deckungszusage: Die Versicherung übernimmt die Kosten
  • Ablehnung: Mit Begründung, warum nicht gezahlt wird

Bei einer Ablehnung wegen mangelnder Erfolgsaussichten können Sie einen Stichentscheid beantragen!

Was tun bei einer Deckungsablehnung?

Lehnt Ihre Versicherung die Deckung ab, haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  1. Widerspruch einlegen: Begründen Sie, warum die Ablehnung nicht gerechtfertigt ist
  2. Stichentscheid beantragen: Bei Ablehnung wegen mangelnder Erfolgsaussichten
  3. Ombudsmann anrufen: Kostenlose Schlichtungsstelle
  4. Klage gegen die Versicherung: Als letzter Schritt

Worauf sollten Sie beim Abschluss achten?

Deckungssumme

Wählen Sie eine ausreichend hohe Deckungssumme. Empfohlen werden mindestens:

  • 300.000 € für Privatrecht
  • 500.000 € oder unbegrenzt für Verkehrsrecht

Selbstbeteiligung

Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, aber Sie tragen mehr Kosten selbst. Üblich sind 150 € bis 250 €.

Wartezeit

Beachten Sie die Wartezeit von meist 3 Monaten. In dieser Zeit sind keine Rechtsstreitigkeiten versichert.

Freie Anwaltswahl

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Anwalt frei wählen können. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 127 VVG).

§ 127 VVG - Freie Anwaltswahl

Der Versicherungsnehmer ist berechtigt, zu seiner Vertretung in Gerichts- und Verwaltungsverfahren den Rechtsanwalt, der seine Interessen wahrnehmen soll, aus dem Kreis der Rechtsanwälte auszuwählen, die vor dem mit der Angelegenheit befassten Gericht auftreten dürfen.

Fazit

Eine Rechtsschutzversicherung ist eine sinnvolle Absicherung, um im Ernstfall Ihre Rechte durchsetzen zu können. Achten Sie beim Abschluss auf die genauen Bedingungen und verstehen Sie, was versichert ist und was nicht.

Bei einer Deckungsablehnung sollten Sie nicht vorschnell aufgeben - prüfen Sie die Gründe und nutzen Sie Ihre Rechte wie den Stichentscheid oder den Versicherungsombudsmann.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Bei konkreten Rechtsfragen wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Versicherungsrecht.

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Der Rechtsschutz-Assistent hilft Verbrauchern, Deckungsablehnungen ihrer Rechtsschutzversicherung zu verstehen und professionelle Widerspruchsschreiben zu erstellen. Unsere KI-gestützte Analyse basiert auf BGH-Rechtsprechung und den Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen (ARB).